Das folgende Essay ist ein (gekürzter) Ausschnitt aus meinem Buch „UniHack – Die Kunst des entspannten Studierens“  

 

Noten sollen Vergleichbarkeit zwischen den Studenten schaffen. Gute Leistungen werden mit guten Noten belohnt, zumindest in der Theorie. In Wirklichkeit hängt die Vergabe der Noten aber nicht nur von der Leistung eines Studenten, sondern immer öfter von Drittfaktoren ab. Nicht selten gehen die Notenschnitte zwischen den Studiengängen stark auseinander.

Und nicht nur das, auch innerhalb eines Studiengangs gibt es Universitäten an denen die mittleren Studentenleistungen weit von der bundesweiten Norm abweichen. Man mag an dieser Stelle behaupten, das liege an einer ersten Selektion durch die Abinote; Die Unis mit den höchsten NCs bekommen nun einmal die besten Studenten. Und in manchen Fällen stimmt das. Auch wenn ein Staatsexamen im Spiel ist, sollte aufpassen wer von einfacher oder schwerer Uni redet. Sie werden von staatlichen Behörden durchgeführt, weshalb hohe Durchschnittsnoten in Jura und Medizin eher eine gute Ausbildung anstatt leichter Klausuren erkennen lassen.

Das ist aber nicht in allen Studiengängen der Fall. Zumindest wenn man der Statistik glauben darf. Alle paar Jahre veröffentlicht der Deutsche Wissenschaftsrat eine Liste der durchschnittlichen Abschlussleistungen aller Studiengänge, geordnet nach Hochschule. Der letzte, immerhin 861 Seiten lange, Bericht scheint eine Vermutung zu bestätigen, die wir alle schon einmal hatten: An einigen Universitäten werden schneller gute Noten vergeben. Um dem Leser einen Haufen Arbeit zu ersparen, habe ich unten die durchschnittlichen Noten der beliebtesten Deutschen Studiengänge einmal herausgesucht (alphabetisch geordnet und mit den durchschnittlichen Notenwerten in Klammern).

Zum Teil machen diese Unterschiede einen ganzen Bewertungspunkt aus. Dafür werden verschiedene Gründe genannt: Einfachere Klausuren können eine große Rolle spielen, aber auch unterschiedliche Schwerpunkte und entgegenkommende Professoren. Im Endeffekt muss wohl jeder für sich entscheiden, wie aussagekräftig die Studie über die Ausbildung an einer bestimmten Universität ist.

 

Anglistik (Bundesweiter Durchschnitt: 2,0)

Bester Durchschnitt: Magdeburg; Göttingen; Gießen; Bochum (alle 1,8) Schlechtester Durchschnitt: Jena (2,5)  

 

Betriebswirtschaftslehre (Bundesweiter Durchschnitt: 2,3)

Bester Durchschnitt: Frankfurt School (1,7); TU München (1,9) Schlechtester Durchschnitt: TU Clausthal (2,8)  

 

Biologie (Bundesweiter Durchschnitt: 2,1)

Bester Durchschnitt: Marburg (1,5); Karlsruhe (1,6) Schlechtester Durchschnitt: Halle (2,4)  

 

Elektrotechnik (Bundesweiter Durchschnitt: 2,0)

Bester Durchschnitt: Kassel (1,5); Siegen (1,7) Schlechtester Durchschnitt: Duisburg-Essen (2,6)  

 

Germanistik (Bundesweiter Durchschnitt: 1,9)

Bester Durchschnitt: Gießen (1,6); Oldenburg (1,8) Schlechtester Durchschnitt: HU Berlin (2,2)  

 

Informatik (Bundesweiter Durchschnitt: 2,2)

Bester Durchschnitt: Passau; Kassel; Heidelberg; Bielefeld (alle 1,8) Schlechtester Durchschnitt: Hannover (2,7)  

 

Maschinenbau (Bundesweiter Durchschnitt: 2,4)

Bester Durchschnitt: Lüneburg (2,0); Duisburg-Essen (2,1) Schlechtester Durchschnitt: Hamburg (2,7)  

 

Mathematik (Bundesweiter Durchschnitt: 2,0)

Bester Durchschnitt: Gießen; Bremen (beide 1,7) Schlechtester Durchschnitt: TU Freiberg (2,8)  

 

Medizin (Bundesweiter Durchschnitt: 2,4; Anmerkung siehe oben)

Bester Durchschnitt: Würzburg; Regensburg (2,1) Schlechtester Durchschnitt: Aachen (2,7)  

 

Pädagogik (Bundesweiter Durchschnitt: 1,8)

Bester Durchschnitt: Gießen; Freiburg (beide 1,5) Schlechtester Durchschnitt: PH Weingarten (2,1)  

 

Physik (Bundesweiter Durchschnitt: 1,9)

Bester Durchschnitt: Würzburg (1,5); Bochum (1,6) Schlechtester Durchschnitt: TU Darmstadt (2,4)  

 

Psychologie (Bundesweiter Durchschnitt: 1,8)

Bester Durchschnitt: Gießen (1,4); Hildesheim (1,5) Schlechtester Durchschnitt: Münster (2,0)  

 

Rechtswissenschaften (Bundesweiter Durchschnitt: 3,0; Anmerkung siehe oben)

Bester Durchschnitt: Köln (2,5); Bucerius Law School (2,6) Schlechtester Durchschnitt: TU Dresden (3,5)  

 

Volkswirtschaftslehre (Bundesweiter Durchschnitt: 2,3)

Bester Durchschnitt: Tübingen; Köln (1,9) Schlechtester Durchschnitt: Duisburg-Essen (2,7)  

 

Wirtschaftsingenieurwesen (Bundesweiter Durchschnitt: 1,9)

Bester Durchschnitt: Kassel (1,5); Karlsruhe (1,7) Schlechtester Durchschnitt: Leipzig (2,8)   Facebookfoto: Markus Spiske / raumrot.com

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