Unter den jungen Menschen in Deutschland haben sich in zwei Fronten gebildet. Für die einen ist der Name „Deutschland“ auf alle Zeiten mit dem dritten Reich verbunden. Deswegen gehört jeder Funke von Nationalstolz verpönt und geächtet.

Die anderen schauen neidisch nach England, Frankreich oder Amerika und wünschen sich auch hier mehr „gesunden“ Patriotismus. Die immer wachsende Zahl der Flaggen zu internationalen Fussball Ereignissen ist für sie Bestätigung und Erleichterung zugleich.

Wer hat nun Recht? Neu-68er oder moderner Traditionalist?

Wie so oft scheint es im Kern um den Gegensatz von rechts und links zu gehen. Scheint. Denn in Wirklichkeit liegen beide falsch.

Wenn Patriotismusgegner von einer Erbschuld der Deutschen sprechen muss ich immer an Eva und den Apfel aus der Bibel denken. Das ganze liegt zwar schon ein paar Jahre zurück, sollte dem einen oder anderen aus dem Konfirmatenunterricht aber noch im Gedächtnis sein. Das Prinzip ist in beiden Fällen identisch. Unsere Vorfahren haben etwas verbrochen, also müssen wir dafür die Verantwortung tragen.
Wer jemandem den Patriotismus aufgrund seiner Vorfahren verbietet, begeht aber den gleichen Fehler wie sein Gegenüber. Er sagt den Menschen was sie zu tun haben, weil sie in einem bestimmten Land geboren sind.

Es heißt: „Du bist schuld, weil du Deutscher bist!“

 

Bedeutet das also man sollte mehr Stolz zum Vaterland zeigen?

Nein, denn die neu-Patrioten liegen hier genauso falsch.

Sie sagen: „Sei stolz, weil du in Deutscher bist!“

Wer stolz darauf ist in einem bestimmten Land geboren zu sein, sollte genauso stolz sein wenn er im Lotto gewinnt. In beiden Fälle ist das Ergebnis allein dem Zufall geschuldet. Der Begriff Stolz ergibt nur in Zusammenhang auf eigene Leistung einen Sinn. Geburt oder Zufall haben damit nichts zu tun.

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