Bud Fox: „How much is enough?“

Gordon Gekko: „It’s not a question of enough, pal. It’s a zero sum game, somebody wins, somebody loses. Money itself isn’t lost or made, it’s simply transferred from one perception to another.“

Der Dialog stammt aus Oliver Stones Film Wallstreet von 1987. Gordon Gekko als Prototyp des gierigen Kapitalisten fasst zusammen was heutzutage viele Menschen denken. Die Welt, speziell die Wirtschaft, ist ein Nullsummenspiel.

Was Gekko trotz seiner Kohle nicht weiß: Er liegt falsch. Im Leben entsteht Wohlstand nicht zwangläufig auf Kosten anderer. Der Ursprung dieses Mythos liegt im Glauben der Reichtum unserer Welt wäre begrenzt. Wenn sich einer mehr vom Kuchen nimmt, bleibt weniger für die anderen übrig. Mit dieser Lüge muss umbedingt aufgeräumt werden! Wie du sehen wirst kann der Kuchen sehr wohl vergrössert werden!  

1) Unsere Ressourcen sind begrenzt – die Möglichkeiten sie zu nutzen nicht

Wir Menschen können keine Materie schaffen. Der Begriff produzieren ist irrefürend. Produzenten, also diejenigen die Güter herstellen, tun dies nicht indem sie Produkte aus dem Nichts schaffen. Sie transformieren unnütze Ressourcen durch ihre Arbeit in nützliche Güter, welche später zum Verkauf angeboten werden. Bei dieser Transformation entsteht das was wir Wert nennen. Die dabei genutzten Ressourcen sind die selben wie sie schon unsere Vorfahren aus der Steinzeit zur Verfügung hatten. All die Steine, Metalle und Böden haben sich schließlich nicht verändert.

Es stellt sich also die Frage: Warum hatten unsere Vorfahren keine Autos, Fernseher oder Klimaanlagen?

Weil sie nicht wussten wie man alle diese Dinge herstellt. Sie hatten keine Ahnung, dass es so etwas wie Elektrizität gibt, geschweige denn wie man sie nutzt. Wert schaffen nicht die Ressourcen sondern unser Wissen darüber wie man sie nutzt. Dieses Wissen kann – im Gegensatz zu den Ressourcen – sehr wohl vergrößert werden. Die Geschichte der Menschheit lässt keine Zweifel daran, dass wir vom Wissen unserer Vorfahren profitieren und es ständig vergrößern. Ein Beispiel: Bis vor kurzem ging man davon aus, dass Öl knapper wird und sein Preis auch in Zukunft steigt. Heute ist der Preis pro Barrel unter $50 gefallen. Von ehemals fast $150. Wachsende Ölpreise haben es lukrativ gemacht in neue Methoden für die Öl- Erschließung zu investieren. So wurden neue Techniken (=Wissen) entwickelt, die auch tiefer liegendes Öl an die Oberfläche bringen.  

2) Vom Tausch profitieren beide Seiten

Wenn zwei Menschen etwas tauschen, dann nur weil beide sich einen Vorteil von dem Tausch erhoffen. Tausche ich meine Uhr gegen ein Handy, ist mir das Handy mehr wert. Für meinen Tauschpartner gilt das genaue Gegenteil. Wir beide sind nach dem Tausch etwas reicher – ohne das dabei jemand verliert. Das gleiche gilt für Länder die miteinander Handel treiben. Auch dann wenn ein Land alle seine Produkte zu schlechteren Konditionen herrstellt als das andere. Das Ganze nennt sich Komparativer Kostenvorteil und ist der Beweis dass freier Handel so wichtig für den Reichtum eines Landes ist.  

Warum gibt es dennoch arme Länder?

Stichwort Afrika. Der Kontinent ist mit Abstand der Ärmste unseres Planeten; Trotz seinem Reichtums an Bodenschätzen. Das liegt nicht an der Ausbeutung durch den Westen, sondern vor allem an politischer Instabilität. Ein Staat mit seinem Gewaltmonopol sorgt für Sicherheit. Genau diese Sicherheit war durch Warlords und Militärdiktaturen in den letzten 50 Jahren jedoch nie gegeben. Bei andauernden Bürgerkriegen ist es kein Wunder, dass Unternehmen und Investoren andere Standpunkte suchen. In wie weit der Westen verdeckt hinter Kriegen in Afrika steht, ist eine Frage die den Rahmen dieses Beitrags sprengt und mit friedlichem Handel nichts zu tun hat.

Print Friendly, PDF & Email