Jedes Mal wenn mein PC abstürzt oder WhatsApp nicht funktioniert klopft ein alter Gedanke an die Tür. Früher war alles besser. Das mit Mitte zwanzig zu behaupten klingt lächerlich, aber es lässt sich nicht leugnen; auch junge Menschen trauern immer öfter der Vergangenheit nach. 

Anfang der Neunziger gab es weder Smartphones, noch Facebook und wenn man ins Internet wollte, musste man erst das ISDN Modem singen hören. Unsere Eltern hatten es sogar noch simpler. Mein Vater hatte als Kind nicht mal einen Farbfernseher.

Früher gab es nun mal keinen Schnick Schnack. 

War früher also wirklich alles besser?

Nein. Ganz im Gegenteil. Wir leben im reichsten und friedlichsten Zeitalter, das die Menschheit je gesehen hat. So gut wie alle objektiven Indikatoren beweisen das. Die Medizin hat in den letzten Jahren so große Fortschritte gemacht, dass Diagnosen die früher ein Todesurteil wahren heute heilbar sind. Globalisierung und internationaler Handel haben sich als die besten Mittel gegen Armut herausgestellt. In den letzten 50 Jahren ist sie stärker zurückgegangen als in den 500 Jahren zuvor. Die Lebenserwartung hat weltweit um 50% zugenommen, während Kindersterblichkeit und Hungernot halbiert wurden. In der Westlichen Welt gibt es quasi keine Analphabeten und auch in Dritte Welt Ländern lernen mehr und mehr Menschen Lesen und Schreiben. Und und und. 

Ich könnte noch Unlängen weiterer Statistiken aufzählen die beweisen das es uns heute besser geht als früher. Einen eingefleischten Nostalgiker wird aber auch das nicht umstimmen. Er wird sein Leben lang davon überzeugt bleiben, dass früher alles besser war und die Zukunft nur Gedeih und Verderb bereithält. 

Das Ganze hat einen Grund. Unsere Vergangenheit zeichnet sich durch ihre Endgültigkeit aus. Was passiert ist, ist passiert. Einstige Krisen sind überwunden und Wunden abgeheilt. Ehemalige Ängste stellten sich im Nachhinein als harmlos heraus oder wurden mit der Zeit komplett vergessen. 

Die Zukunft sieht da anders aus. Sie ist ungewiss. Theoretisch kann morgen die Welt untergehen und wir müssen uns ständig die lästige Frage stellen: Was wäre wenn..? 

Bei all den Autounfällen und Naturkatastrophen von denen täglich berichtet wird, ist es normal dass man befürchtet irgendwann selber zum Opfer zu werden. Und es ist ja nicht so als würde man nicht mit dem schlimmsten rechnen – der Versicherungsmarkt hierzulande boomt. 

Im Laufe der Jahre ist die Welt schlicht und einfach zu komplex geworden. Bei all den Faktoren die heutzutage den Alltag beeinflussen, ist oft einfacher in beruhigende Erinnerungen zu flüchten als sich dem Wandel der Zeit zu stellen.

Warum die Zukunft trotzdem Gutes bereithält

Anstatt den Kopf jedoch in den Sand zu stecken solltest du die Zukunft mit offenen Armen empfangen. Ich gebe zu, Ungewissheit kann zum Teil sehr einschüchternd sein. Gerade in Zeiten des Umbruchs wie nach der Schule oder der Uni. Immer dann, wenn man nicht weiß was das Leben für einen bereit hält. Um für Veränderungen gewappnet zu sein musst du eine Denkweise entwickeln die zukunftsorientiert ist. Das Zauberwort heißt Fortschritt. 

Jede Neuerung, sei es Internet oder 3-D Drucker öffnet eine komplett neue Palette an Möglichkeiten für Unternehmer und Erfinder. Wer die Augen offen hält und die Welt um sich herum genau beobachtet wird immer Wege finden anderen Menschen zu helfen und dabei Geld zu verdienen.

Lass dir von Attac und Co keinen Quatsch erzählen. Der Markt ist weder gesättigt, noch werden die Ressourcen ausgehen. Solange es Probleme auf der Welt gibt wird man diejenigen belohnen die sie lösen. 

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