Wirtschaftliche Mythen gibt es so einige. Was hat es also mit unserem heutigen Mythos auf sich?
Konsum kurbelt die Wirtschaft an, so hört man zumindest immer in den Nachrichten. Je mehr gekauft wird desto besser. Um der inländischen Wirtschaft etwas gutes zu tun sollen wir also KAUFEN, KAUFEN, KAUFEN!!!

Es lebe der Materialismus.

Der Fehler dieses Ansatzes lässt sich wie so oft mit etwas gesundem Menschenverstand leicht erkennen. Man kann eine Wirtschaft genauso wenig durch Kaufen ankurbeln, wie man durch Geldausgeben reich wird. Reichtum entsteht durch Produktion, nicht Konsum.

In den Wirtschaftswissenschaften ist dieser Ansatz Teil des Sayschen Gesetzes, benannt nach dem französischen Ökonom Jean-Baptiste Say. Wie er – im Gegensatz zu vielen heutigen „Experten“ – erkannte, bedeutet Konsum immer auch Verbrauch. Und man kann nur verbrauchen was vorher hergestellt wurde. Wer ein Auto fahren will muss es zuerst einmal bauen. Nicht umgekehrt. Das gilt für die Einzelperson genauso wie für die Volkswirtschaft (die ja nichts anderes ist, als eine Gruppe von Einzelpersonen). Für wirtschaftlichen Fortschritt braucht es also vor allem mehr Produktion. Das bedeutet mehr Arbeit und mehr Maschinen. Erst dann gibt es mehr „Sachen“ die wir kaufen können.

Wenn dir also das nächste Mal jemand stolz davon erzählt wie er mit seiner Konsumsucht die Wirtschaft angekurbelt, gib ihm ne ordentliche Schelle und ruf: „Geh arbeiten, du Spast!“

Print Friendly, PDF & Email